Wednesday, 10. june 2009 3 10 /06 /Juni /2009 13:01

Hören, Sehen und Gleichgewichtssinn bei Volksstämmen fernab der Zivilisation
Eine Forschungsexpedition nach Papua Neuguinea

Die Sinnesorgane sind die Schnittstellen des Menschen zu seiner Umwelt. In einem aktuellen Projekt der Hochschule Aalen zusammen mit dem hessischen Kultusministerium konnte bei Schülern eindrucksvoll nachgewiesen werden, dass schon geringe Beeinträchtigungen von Hör- Seh- und Gleichgewichtssinn signifikant schlechtere Schulleistungen (Mathematik, Deutsch und Sport) zur Folge haben. Besonders auffällig war, dass nur ein Drittel der geprüften Grundschüler einen gut ausgeprägten Gleichgewichtssinn hatten.

Wie groß ist hierbei der Einfluss unserer industrialisierten Welt auf unsere Sinneswahrnehmung? Sehen Menschen besser, die fernab jeglicher Zivilisation im Dschungel leben, da sie bei der Jagd darauf angewiesen sind Beute frühzeitig zu erkennen, jedoch keine kleinen Schriftzeichen in der Nähe lesen müssen? Hören Stammesbewohner besser, da sie weder MP3-Player noch Maschinenlärm kennen? Verkümmert der Gleichgewichtssinn in unserer zivilisierten Welt durch mangelnde Anregung im Vergleich zu Kindern, die im unwegsamen Dschungel aufwachsen?

Es existieren weltweit nur noch wenige Gegenden, in denen wir Antworten auf diese Fragen finden können. In Papua Neuguinea finden sich noch Volksstämme, die nahezu unberührt von den Errungenschaften der Zivilisation sind und ohne Kontakt zur restlichen Welt leben.

Ziel der Forschungsexpedition ist, bei unterschiedlich lebenden Volksstämmen Papua Neuguineas Hör- Seh- und Gleichgewichtstests durchzuführen. Die erhobenen Daten können dann direkt mit den in Deutschland schon durchgeführten Tests verglichen werden. Die in Papua Neuguinea untersuchten Personen werden bei Bedarf medizinisch versorgt.

Die Forschungsergebnisse werden den Behörden vor Ort zur Verfügung gestellt und auf internationalen Fachkonferenzen und Publikationen veröffentlicht. Die Reise soll zudem von einem Journalisten begleitet werden, um eine direkte und aktuelle Berichterstattung des Forschungsprojektes gewährleisten zu können.

Hard facts

Geplant ist eine dreimonatige (Dezember 2009 – Februar 2010) Expedition mit ca 10 Expeditionsteilnehmern, darunter zwei bis drei Ärzte. Die Messungen werden von Professoren, Diplom-Ingenieuren, Studierenden der Hochschule Aalen und erfahrenen Motopädagogen durchgeführt.

Planung und Kontakte vor Ort werden durch Entwicklungshelfer mit langjähriger Erfahrung in Papua Neuguinea unterstützt. Alle notwendigen Geräte zur Diagnostik und Therapie müssen von Deutschland aus mitgenommen werden und tropentauglich sein.

Es soll ein an der Küste lebender Volksstamm (von der Hauptstadt der Morobe Provinz Lae aus erreichbar mittels Bananenbooten, Straßen existieren dort nicht) und ein im Hochland lebender Stamm (kann mit Hilfe von kleinen Kaffeefliegern erreicht werden, die auf kurzen Airstrips landen können) untersucht werden.

Kostenrahmen: ca. 260.000 Euro, getragen durch Forschungsgelder und Sponsoren für medizinische Ausrüstung, Transport, Führer vor Ort etc.

von Papua Neuguinea Research Team
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Wednesday, 10. june 2009 3 10 /06 /Juni /2009 13:03

 

 

Papua-Neuguinea ist nach Indonesien und Madagaskar der drittgrößte Inselstaat der Welt. Er liegt
im Pazifik, wird zum australischen Kontinent gerechnet und umfasst den Osten der Insel Neuguinea
(der westliche Teil, West-Papua, gehört zu Indonesien) sowie mehrere vorgelagerte Inseln und
Inselgruppen

Ländername: Unabhängiger Staat Papua-Neuguinea / Independent State of Papua New Guinea

Klima: tropisch

Lage: Ostteil der Insel Neuguinea, im westlichen Pazifik in Äquatornähe gelegen

Größe: 462.840 qkm

Hauptstadt: Port Moresby (ca. 254.000 Einwohner; Schätzung 2000)

Bevölkerung: 5,93 Mio (Schätzung 2008); ganz überwiegend Melanesier, daneben auch kleine Minderheiten von Polynesiern, Mikronesiern sowie eingewanderte Australier
Bevölkerungswachstum: 2,1 % (Schätzung 2008)

Landessprachen: Englisch (Amtssprache), Tok Pisin (Pidgin-Englisch), Hiri Motu und etwa 800 verschiedene einheimische Sprachen

Religionen / Kirchen: Christen (ca. 66 %) sowie Anhänger indigener Religionen

Regierungsform: Parlamentarisch-demokratische Monarchie im Commonwealth of Nations

Regierungschef: Premierminister des Unabhängigen Staates Papua-Neuguinea, The Hon. Sir Michael Somare (Amtsantritt: 15.08.2002; wiedergewählt 13.08.2007; nächste Wahl: 2012; Parteizugehörigkeit: National Alliance Party)

Außenminister: The Rt. Hon. Sam Abal (Amtsantritt: 29.08.2007)

Parlament: Einkammerparlament mit 109 Sitzen, gewählt auf 5 Jahre (letzte Wahlen: Juli 2007; nächste Wahlen: 2012)

Verwaltungsstruktur: 19 Provinzen, von Gouverneuren regiert, Provinzparlamente auf 4 Jahre gewählt; ferner die autonome Provinz Bougainville, die einen Sonderstatus hat.

Wichtigste Medien: Staatlicher Rundfunk mit MW und KW-Programmen; 3 kommerzielle UKW-Sender,
1 kommerzieller Fernsehsender sowie eine Anzahl an TV-Programmen über Kabel beziehungsweise Satellit, 2 Tageszeitungen, 2 Wochenzeitungen

Bruttoinlandsprodukt (BIP): 4,7 Mrd Euro (6 Mrd. USD) (Schätzung 2007)

Grundlagen: Die Wirtschaft des Landes ist dualistisch und durch die Unterteilung in einen formellen, exportorientierten Sektor und einen informellen, vor allem landwirtschaftlichen Sektor gekennzeichnet. Im formellen Sektor dominieren Bergbau (Erze, Öl, Gas; oft in ausländischem Besitz), Holzeinschlag, Plantagenwirtschaft (Kaffee, Kopra, Kakao, Palmöl) und Fischerei.

Aufgrund seiner ethnischen Zusammensetzung ist Papua-Neuguinea ein Land außerordentlichen kulturellen Reichtums und kultureller Vielfalt. Die überwiegend in kleinen, abgelegenen Dörfern lebende Bevölkerung pflegt einen noch stark von überkommenen Wertvorstellungen und Gebräuchen geprägten Lebensstil. Die Anfänge des Schulwesens gehen auf die Missionen zurück, die auch heute noch zahlreiche Grundschulen unterhalten. Die Alphabetisierungsrate bei den Über-15-Jährigen lag nach Angaben der Vereinten Nationen im Jahr 2004 bei insgesamt 57,3% (Frauen: 51%).

Morobe  (Provinz): (deutsch veraltet: Adolfhafen) ist eine der 19 Provinzen von Papua-Neuguinea. Es ist etwa 34.500 km² groß und zählt rund 540.000 Einwohner. Hauptstadt ist Lae, mit knapp 80.000 Einwohnern im Jahr 2000 die zweitgrößte Stadt des Landes.

Wirtschaft: Morobe ist mit die am meisten industrialisierte und mit dicht besiedeltste Provinz Papua-Neuguineas. Die Straßensituation ist besser als in den meisten Provinzen. In der Hauptstadt beginnt der bekannte Highlands Highway, der in die Hochlandprovinzen führt, und auch die Küstenstraßen sind im Allgemeinen gut befahrbar.

Geschichte und Goldrausch: Morobe war Teil der deutschen Kolonie Deutsch-Neuguinea. Finschhafen ist eine Gründung der deutschen Verwaltung und war kurzzeitig Hauptstadt der Kolonie. In den 1920er Jahren wurde in Morobe Gold gefunden und es kam zu einem wirtschaftlichem Boom.

Politische Untergliederung: Die Morobe-Provinz ist in acht Distrikte unterteilt: Bulolo, Finschhafen, Huon Golf, Kabwum, Markham (Distrikt), Menyamya, Nawae und Tewai-Siassi.

Sprachen: In der Morobe-Provinz werden 41 austronesische Sprachen und 57 nicht-austronesische „Festlandssprachen“ (Papua-Sprachen) gesprochen. Tok Pisin ist die wichtigste Verkehrssprache.

von Papua Neuguinea Research Team
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