Hören, Sehen und Gleichgewichtssinn bei Volksstämmen fernab der Zivilisation
Eine Forschungsexpedition nach Papua Neuguinea
Die Sinnesorgane sind die Schnittstellen des Menschen zu seiner Umwelt. In einem aktuellen Projekt der Hochschule Aalen zusammen mit dem hessischen Kultusministerium konnte bei Schülern eindrucksvoll nachgewiesen werden, dass schon geringe Beeinträchtigungen von Hör- Seh- und Gleichgewichtssinn signifikant schlechtere Schulleistungen (Mathematik, Deutsch und Sport) zur Folge haben. Besonders auffällig war, dass nur ein Drittel der geprüften Grundschüler einen gut ausgeprägten Gleichgewichtssinn hatten.
Wie groß ist hierbei der Einfluss unserer industrialisierten Welt auf unsere Sinneswahrnehmung? Sehen Menschen besser, die fernab jeglicher Zivilisation im Dschungel leben, da sie bei der Jagd darauf angewiesen sind Beute frühzeitig zu erkennen, jedoch keine kleinen Schriftzeichen in der Nähe lesen müssen? Hören Stammesbewohner besser, da sie weder MP3-Player noch Maschinenlärm kennen? Verkümmert der Gleichgewichtssinn in unserer zivilisierten Welt durch mangelnde Anregung im Vergleich zu Kindern, die im unwegsamen Dschungel aufwachsen?
Es existieren weltweit nur noch wenige Gegenden, in denen wir Antworten auf diese Fragen finden können. In Papua Neuguinea finden sich noch Volksstämme, die nahezu unberührt von den Errungenschaften der Zivilisation sind und ohne Kontakt zur restlichen Welt leben.
Ziel der Forschungsexpedition ist, bei unterschiedlich lebenden Volksstämmen Papua Neuguineas Hör- Seh- und Gleichgewichtstests durchzuführen. Die erhobenen Daten können dann direkt mit den in Deutschland schon durchgeführten Tests verglichen werden. Die in Papua Neuguinea untersuchten Personen werden bei Bedarf medizinisch versorgt.
Die Forschungsergebnisse werden den Behörden vor Ort zur Verfügung gestellt und auf internationalen Fachkonferenzen und Publikationen veröffentlicht. Die Reise soll zudem von einem Journalisten begleitet werden, um eine direkte und aktuelle Berichterstattung des Forschungsprojektes gewährleisten zu können.
Hard facts
Geplant ist eine dreimonatige (Dezember 2009 – Februar 2010) Expedition mit ca 10 Expeditionsteilnehmern, darunter zwei bis drei Ärzte. Die Messungen werden von Professoren, Diplom-Ingenieuren, Studierenden der Hochschule Aalen und erfahrenen Motopädagogen durchgeführt.
Planung und Kontakte vor Ort werden durch Entwicklungshelfer mit langjähriger Erfahrung in Papua Neuguinea unterstützt. Alle notwendigen Geräte zur Diagnostik und Therapie müssen von Deutschland aus mitgenommen werden und tropentauglich sein.
Es soll ein an der Küste lebender Volksstamm (von der Hauptstadt der Morobe Provinz Lae aus erreichbar mittels Bananenbooten, Straßen existieren dort nicht) und ein im Hochland lebender Stamm (kann mit Hilfe von kleinen Kaffeefliegern erreicht werden, die auf kurzen Airstrips landen können) untersucht werden.
Kostenrahmen: ca. 260.000 Euro, getragen durch Forschungsgelder und Sponsoren für medizinische Ausrüstung, Transport, Führer vor Ort etc.
